Boden schützen
Im gesunden Boden wurlt und wuselt das Leben
Täglich laufen wir darüber, und dennoch ist meist wenig bekannt über das kostbare Gut Boden. Kaum bekannt sind die unterschiedlichen Lebewesen darin und ihre Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit, gesundes Pflanzenwachstum und unsere Gesundheit. Durch menschliche Aktivitäten wurde im letzten Jahrhundert mehr Oberboden verschoben und zerstört als in der letzten Eiszeit. Immer neue Bauprojekte und Straßen versiegeln Land, auch in privaten Gärten wird durch Schotterflächen erst gar kein lebendiger Boden mehr zugelassen. Bei Starkregen wird Ackererde auf die Straßen geschwemmt und geht verloren. Nach wie vor dominiert die Vorstellung, dass Schädigungen des Erdreichs ohne Folgen für uns bleiben würden, da kaum bekannt ist, dass dabei in ein äußerst lebendiges Ökosystem eingegriffen wird mit lebenswichtigen Funktionen auch für den Menschen. Boden ist nicht nur unbelebte Materie. Auf einem Quadratmeter findet man bis zu 100.000 Milben, ähnlich viele Springschwänze, mehrere 100 Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler, Käfer und andere Tiere, und noch viel mehr an Bakterien und Pilzen. All diese Lebewesen sorgen dafür, dass absterbende organische Substanz in fruchtbaren Boden umgewandelt wird.
Einige dieser Lebewesen, die auch dafür sorgen, dass Pflanzenreste nicht ewig auf dem Boden liegen bleiben, kann man hier kennenlernen: https://bodentierhochvier.de/erleben/bodentiere/
https://www.planet-wissen.de/natur/umwelt/lebendiger_boden/bodenleben-100.html#Bakterien
Mitmachen
Boden ist eine der wertvollsten Ressourcen der Erde. Da es Jahrhunderte bis Jahrtausende braucht, bis fruchtbarer Humus aufgebaut ist, gilt es, das zu erhalten, was wir haben. Hier finden Sie Tipps zum Schützen von Boden - im Garten oder beim Bau, auch wie man den Gartenboden gegen Trockenheit und Starkregen wappnet.
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/boden-schuetzen-leicht-gemacht
https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-den-garten/so-werden-sie-zum-bodenschuetzer
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/klimagarten/26024.html
Wichtig ist immer, den Boden gut bedeckt zu halten. Deshalb lasst Laub im Herbst unter den Sträuchern und Bäumen liegen, so wird der nackte Boden gleich gut bedeckt und die Lebewesen unter der Erde vor der Winterkälte geschützt.
Pilze sammeln ist für viele eine große Leidenschaft. Bitte dabei immer beachten, dass das eigentliche Lebewesen soviel größer ist als der Fruchtkörper, den wir gerne verzehren. Den Pilz (Fruchtkörper) mit einen scharfen Messer knapp über dem Boden abschneiden, und die Schnittstelle mit Moos bedecken, damit das Pilzgeflecht nicht austrocknet. Nur soviele Pilze sammeln wie man am Tag verzehren kann. Natürlich nur essbare Pilze sammeln, im Zweifel zum Pilzsachverständigen.
Wer mehr über die Lebensweise von Pilzen wissen will findet hier weitere Information:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pilze-und-flechten/14131.html